Das "inaugural poem" ist das traditionell zur Amtseinführung amerikanischer Präsidenten vorgetragenen Gedicht von Yale-Professorin Elizabeth Alexander, einer Studienkollegin und Freundin von Obama.
Praise song for the day.
Each day we go about our business, walking past each other, catching each others’ eyes or not, about to speak or speaking. All about us is noise. All about us is noise and bramble, thorn and din, each one of our ancestors on our tongues. Someone is stitching up a hem, darning a hole in a uniform, patching a tire, repairing the things in need of repair.
Someone is trying to make music somewhere with a pair of wooden spoons on an oil drum with cello, boom box, harmonica, voice.
A woman and her son wait for the bus.
A farmer considers the changing sky; A teacher says, “Take out your pencils. Begin.”
We encounter each other in words, Words spiny or smooth, whispered or declaimed; Words to consider, reconsider.
We cross dirt roads and highways that mark the will of someone and then others who said, “I need to see what’s on the other side; I know there’s something better down the road.”
We need to find a place where we are safe; We walk into that which we cannot yet see.
Say it plain, that many have died for this day. Sing the names of the dead who brought us here, who laid the train tracks, raised the bridges, picked the cotton and the lettuce, built brick by brick the glittering edifices they would then keep clean and work inside of.
Praise song for struggle; praise song for the day. Praise song for every hand-lettered sign; The figuring it out at kitchen tables.
Some live by “Love thy neighbor as thy self.”
Others by first do no harm, or take no more than you need.
What if the mightiest word is love, love beyond marital, filial, national. Love that casts a widening pool of light. Love with no need to preempt grievance.
In today’s sharp sparkle, this winter air, anything can be made, any sentence begun.
On the brink, on the brim, on the cusp -- praise song for walking forward in that light.
Und hier uebersetzt von http://scharfbitter.de/blog/the-inaugural-poem
Loblied für diesen Tag
Jeden Tag gehen wir unserer Wege, gehen aneinander vorbei, schließen Blickkontakt oder auch nicht, sprechen oder sind kurz davor.
Überall um uns herum ist Geräusch. Überall um uns herum sind Geräusch und Dornen, sind Stacheln und Lärm, jeder einzelne unserer Vorfahren in unserer Stimme.
Jemand näht einen Saum, stopft das Loch einer Uniform, flickt einen Reifen, repariert Dinge, welche Reparatur benötigen.
Irgendwo versucht jemand, Musik zu machen, mit einem Paar hölzerner Löffel auf einer Ölfasstrommel mit Cello, Ghettoblaster, Mundharmonika und Gesang.
Eine Frau und ihr Sohn warten auf den Bus. Ein Bauer betrachtet prüfend den sich ändernden Himmel. Ein Lehrer sagt, Nehmt die Stifte heraus und beginnt.
Wir begegnen einander in Worten, Worte stachelig oder glatt, geflüstert oder deklamiert, Worte die zu prüfen sind, die zu überprüfen sind.
Wir überqueren Schotterstraßen und Autobahnen, die für Jemandes Willen stehen - und dann wieder für den Anderer - die gesagt haben, Ich muß sehen, was auf der anderen Seite ist.
Ich weiß, es gibt etwas Besseres entlang der Straße. Wir müssen einen Ort zu finden, an dem wir sicher sind. Wir gehen dahinein, wo wir noch nicht hineinsehen können.
Sag es klar: viele sind gestorben sind für diesen Tag. Singe die Namen der Toten, die uns hierhergebracht haben, die die Gleise gelegt haben, die Brücken erbaut, die Baumwolle geerntet und den Salat, die errichtet haben Stein für Stein die glitzernden Gebäude, die sie dann sauber halten, in denen sie arbeiten würden.
Loblied für den Kampf, Loblied für den Tag. Loblied für jedes handgeschriebene Zeichen, für das Durchschauen des Lebens am Küchentisch.
Manche leben nach Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst, andere nach vor allem nicht schaden oder nimm nicht mehr als du brauchst. Was, wenn Liebe das mächtigste Wort ist?
Liebe, die über Eheliebe, Kindesliebe, Heimatliebe hinausgeht, Liebe, die einen sich ausweitenden Lichtschein verbreitet, Liebe, die keine vorauseilende Trauer braucht.
Im scharfen Glanz des heutigen Tages, in dieser Winterluft, kann alles gemacht, kann jeder Satz begonnen werden.
An der Kante, auf dem Rand, an der Schwelle,
Loblied für das Vorangehen in diesem Licht.
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